Animexx und Facebook? Ein Widerspruch oder eine Ergänzung?

In meinen letzten Posts ist mir ein paradoxes Verhalten von uns Zeichnern aufgefallen: Einerseits haben die meisten bei meiner Animexx-Umfrage angegeben, dass sie reine Zeichner-Plattformen, wie Animexx und DeviantArt favorisieren (heißt dort angemeldet sind und diese auch aktiv nutzen), andererseits hat sich bei meinem Selbstversuch gezeigt, dass ich auf Animexx gar kein Feedback bekommen habe und bei DeviantArt ein sehr geringes. Bei meiner ersten Umfrage hatte ich gefragt, warum Zeichner Bilder bei Animexx hochladen. Die am häufigsten abgegebene Antwort war: um Feedback zu bekommen.

Wir teilen unsere Bilder mit anderen Zeichnern, um Kritik und Lob zu bekommen, kriegen aber keines und mögen Animexx trotzdem am meisten? Weshalb ist das denn so?

1. Gewohnheit
Viele der Zeichner sind seit Jahren auf der Plattform Animexx angemeldet und haben durch diese erst den Einstieg in „die Szene“ geschafft. Gewohnheit aber auch Hoffnung spielt da also eine große Rolle, meiner Meinung nach. Oftmals  habe ich mich bei der Plattform eingeloggt, in der Hoffnung, es würde besser werden, weil es früher ja auch sehr viel Spaß gemacht hat, auf der Plattform aktiv zu sein. Wir wissen auch, dass Animexx eigentlich über viele Mitglieder verfügt.

2. Kompetenz
Da die meisten eben lange bei Animexx angemeldet sind, wissen wir alle, wie man am besten mit dieser Plattform umgehen sollte. Wir wissen, wie man ein Fanart hochlädt, wir kennen die Regeln und sind mit den Vor- und Nachteilen dieser Plattform vertraut. Das bedeutet, dass wir auf Animexx keine neuen Funktionen lernen müssen und somit der Aufwand gleich bleibt.

3. USP (=Unique Selling Proposition)
Es gibt viele Features, die Animexx zu bieten hat. Es ist praktisch eine allumfassende Plattform, wenn es um die japanische Fan-Kultur geht. Hier können sowohl Cosplay-Fotos, als auch Basteleien, RPGs, Fanfictions, Fanarts und auch eigene Mangas hochgeladen werden. So viel ich weiß, ist Animexx somit die einzige deutsche Plattform, die all diese Bereiche umfasst. Außerdem gibt es Spiele, Umfragen, einen eigenen Steckbrief, Gästebücher, private Nachrichten, einen Weblog u.v.m. … Des Weiteren gibt es auch die sogenannten „Tollen Funktionen“ (=“TOFU“), die man sich für einen kleinen Unkostenbeitrag von 50 Cent bzw. einem Euro monatlich kaufen kann. Somit erhält man je nach TOFU-Paket spezielle Funktionen, wie z.B. ein kleines Icon vor dem Benutzernamen oder erweiterte Möglichkeiten im Bezug auf das Gestalten der Fanart-Galerie oder des Steckbriefs usw.

Was sind die Bedürfnisse, die wir haben?
Zeichner wollen Feedback, Kritik und/oder Lob bekommen. Wir wollen mit unseren Bildern andere Menschen erreichen und ihre Meinung hören. Doch dieses Bedürfnis wird auf Animexx immer weniger befriedigt und somit wandern wir ab auf andere Plattformen, auf denen wir mehr Feedback bekommen und mehr Menschen erreichen. Wie kann man denn nun das Ganze erklären?

Ein möglicher Ansatz ist die Theorie der interpersonalen Medienwahl. Diese besagt, dass die Medienwahl der Menschen in Abstimmung mit dem jeweiligen Kommunikationspartner erfolgt. Diese Abstimmung kann sowohl freiwillig geschehen oder auch erzwungen werden. Es erfolgt also eine wechselseitige Beeinflussung durch das Nutzungsverhalten und die Kompetenz. Scholl et al.  (1996) beschreiben die Abhängigkeit der Medienauswahl vor allem durch:

  • die Geräteverfügbarkeit
  • das Medienwissen
  • die Medieneinstellungen
  • die Bedürfnisbefriedigung
  • das Verhalten des Kommunikationspartners

Ich möchte diese Theorie mal am Beispiel vom Abwandern einer Person von Animexx zu Facebook versuchen zu erklären.

Geräteverfügbarkeit: Bin ich bei Facebook angemeldet bzw. habe ich den Zugang zu Facebook, sprich die technischen Voraussetzungen dazu?
Medienwissen: Besitze ich Wissen über Facebook? Verfüge ich über Kompetenzen darüber? Weiß ich, wie man mit dieser Plattform umgeht?
Medieneinstellungen: Nutze ich Facebook auch privat? Jemand, der ein absoluter Facebook-Gegner ist, wird sich höchst wahrscheinlich keinen Künstler-Account auf dieser Plattform anlegen, als jemand, der z.B. bereits ein privates Profil besitzt und Spaß daran hat.
Bedürfnisbefriedigung: Wird das Bedürfnis nach Feedback bei Facebook besser befriedigt, als bei Animexx? Bekommt man mehr Kommentare?
Verhalten des Kommunikationspartners: Wenn deine Fans bzw. auch andere Zeichner alle auf eine andere Plattform abwandern, fühlt man sich mehr oder weniger dazu gezwungen, mitzuziehen. Je nach dem, ob man die Fans auf Facebook besser erreichen kann, wird der Zeichner hier also abwägen, ob es sich lohnt, sich ein Account bei Facebook zu machen.

Was sagt uns das alles? Eigentlich hat dieser Post den Widerspruch ganz gut erklärt, wie ich finde. Die Plattform Animexx (aber auch DeviantArt) werden aus den oben genannten Gründen von den meisten Zeichnern favorisiert, also 1. Gewohnheit, 2. Kompetenz und 3. USP. Doch dadurch, dass wir von unseren Kommunikationspartnern mehr oder weniger dazu gezwungen werden, die Plattform zu wechseln, weil eben viele Zeichner und Fans dies tun, geraten wir in einen Widerspruch. Aber möglicherweise ist die simultane Verwendung von Facebook und Animexx ja gar kein Widerspruch sondern eher eine Ergänzung? Diese Frage werde ich in Zukunft versuchen zu beantworten.

Was meint ihr? Seht ihr es als Widerspruch oder eher als Ergänzung zu einander? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

Quellen:

  • Hannemann, S.: „Kopräsenz von face-to-face und virtueller Kommunikation beim netzwerkbasierten Ideentausch“; Hamburg: Diplomica Verlag (2003)
  • Höflich, J. R.: „Technisch vermittelte interpersonale Kommunikation – Grundlagen, organisatorische Medienverwendung, Konstitution ‚elektronischer Gemeinschaften'“; Opladen: Westdeutscher Verlag GmbH (1996)
  • Guttsche, T. & Aulich A.: „Untersuchung der Nutzung von mobiler Kommunikation und mobilen Medien“; GRIN Verlag GmbH (2005)
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Akteure des Kommunikationsprozesses

Nach der heutigen Veranstaltung möchte ich mich der Art der Kommunikation sowie den Akteuren, die an dieser beteiligt sind, widmen.

Hierbei werde ich mich an der LASSWELL-Formel orientieren. Als Vorlesungsinhalt des ersten Semesters sollten alle meine Kommilitonen diese kennen. Trotzdem folgt jetzt eine kurze Erklärung für außenstehende Leser, falls es welche geben sollte?

Who says what in which channel to whom with what effect? (Wer sagt was in welchem Kanal zu wem mit welchem Effekt?)

Diese Formel wurde von ihrem Namensgeber Harold D. Lasswell im Jahr 1948 aufgestellt und dient den meisten Modellen der Massenkommunikation als Grundlage. Mit Hilfe ihrer werden die einzelnen Disziplinen der Medien- und Kommunikationswissenschaft beschrieben:

  • WER – Kommunikatorforschung
  • WAS – Inhaltsanalyse/Aussageforschung
  • KANAL – Medienanalyse
  • WEM – Mediennutzungsforschung
  • EFFEKT – Medienwirklungsforschung

Ich habe mich gerade mit der Fragestellung dieser Formel beschäftigt und versucht, sie auf den Kommunikationsprozess, den ich mir ausgesucht habe, zu beziehen:

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Ich habe mich auch gefragt, welche Art von Kommunikation bei meinem Prozess vorliegt. Grundsätzlich lässt sich Kommunikation in interpersonale (also direkt, face2face) und in die mediale (sprich indirekte, medienvermittelte) Kommunikation unterscheiden (vgl. Klare, 2010, S. 24).
Frindte (2001) unterscheidet beispielsweise zwischen Dialogischer Kommunikation und Massenkommunikation. Diesen beiden Arten von Kommunikation ordnet er bestimmte Eigenschaften zu:

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Quelle: Ternes, D.: „Kommunikation – eine Schlüsselqualifikation – Einführung in die wesentlichen Bereiche zwischenmenschlicher Kommunikation“; Junfermannsche Verlagsbuchhandlung, Paderborn (2008), S. 23

Dieser Einteilung nach könnte es sich bei der Zeichner-Fan-Kommunikation um eine Art der Massenkommunikation handeln, denn Zeichner kommunizieren ihre Bilder (oder auch anderes) indirekt bzw. durch Social Media (A2) öffentlich (C2) an ein disperses Publikum (D2). Bei der Eigenschaft B erweist sich die Zuordnung zur Massenkommunikation jedoch als schwierig, denn diese sollte zwar einseitig bzw. asymmetrisch (B2) sein, ist sie aber nicht. Künstler teilen ihre Bilder über Social Media, um Feedback, also Lob oder konstruktive Kritik, zu bekommen. Somit ist die Kommunikation zwischen Zeichner und Fan gegenseitig bzw. symmetrisch (B1). Ich denke, diese Eigenschaften sind das Besondere an Social Media-Kommunikation, denn diese ähnelt der Massenkommunikation, jedoch macht sie im Gegensatz zu dieser auch den direkten Kontakt zu den Fans möglich.

Was meint ihr? Was ist das Besondere an Social Media? Habe ich mit meiner Zuordnung recht oder habt ihr weitere Anregungen für mich? Ab in die Kommentare damit und bis zum nächsten Mal! 🙂

Quellen:

  • Frindte, W.: „Einführung in die Kommunikationspsychologie“; Beltz Verlag, Weinheim und Basel (2001)
  • Klare, J.: „Kommunikationsmanagement deutscher Unternehmen in China – Eine strukturationstheoretische Analyse Internationaler PR“; VS Verlag für Sozialwissenschaften, GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden (2010)
  • http://medienpsychologie.wikispaces.com/Lasswell-Formel (abgerufen am 11.11.2013)

Erstes Brainstorming – Welches Thema nehme ich denn nun?

Vor genau zwei Wochen, am 21.10.2013 fand die erste Veranstaltung zum Fach Digitale Kommunikation statt. Viele von den Teilnehmern waren darauf gespannt, was uns alle erwartet. Von Kommilitonen hatten wir bereits gehört, dass wir einen Blog verfassen sollen. Im Verlauf des Seminars klärte sich die Aufgabenstellung nach und nach. Der Lehrende sowie die Studierenden redeten über ihre Erwartungen. Als der offizielle Teil der Veranstaltung vorbei war, hat Herr Kreuzberger die Studierenden zu einem gemeinsamen Brainstorming bzw. einer Diskussion zum Thema Kommunikationsprozesse mittels Digitaler Medien eingeladen.

Nachdem alle verbliebenen Teilnehmer ihre Ideen und Vorschläge offenbart hatten, entstand folgendes Tafelbild:

Grafik: selbst erstellt, Inhalt: zusammengetragene Gedanken der Seminarteilnehmer am 21.10.2013

Grafik: selbst erstellt, Inhalt: zusammengetragene Gedanken der Seminarteilnehmer am 21.10.2013

Kurze Erläuterung zu der Grafik: wie bereits in der Bildunterschrift steht – die Grafik an sich habe ich selbst erstellt, der Inhalt der Grafik besteht aus zusammengetragenen Gedanken aller Seminarteilnehmer.

Nun, das waren viele Informationen auf einmal. Viele der Kommunikationsformen, wie beispielsweise die interne oder auch die externe Kommunikation eines Unternehmens, oder auch der Bereich Wissensmanagement scheinen interessant zu sein. Ich konnte mich nicht so recht entscheiden, welches Thema ich für mich wählen soll.

Mal überlegen… was könnte mir Spaß machen? Ich zeichne gern und youtube ist für mich persönlich das neue Fernsehen. Also was könnte ich denn in der Richtung erforschen? Nach langem Überlegen habe ich mich endlich auf ein Thema festgelegt. Dieser Blog wird in Zukunft die Verlagerung der Kommunikation von deutschen Manga-Künstlern behandeln. Fragen, die ich dabei versuchen werde zu beantworten, sind unter anderem:

  • Welche Künsterportale sind derzeit am beliebtesten?
  • Welche Sites waren in der Vergangenheit die Spitzenreiter?
  • Wie sehen die Trends für die Zukunft aus?
  • Welche neue Art der Darstellung der eigenen Kunst gibt es?
  • Was kommunizieren die Künstler zu ihren Fans?
  • Mit Hilfe welcher Medien tun sie dies?
  • Inwieweit ist das Feedback der Fans abhängig von der Plattform?
  • Konstruktive Kritik – gibt es sie noch?

Das sind die Fragen, die zur Zeit in meinen Augen eine relevante Rolle spielen. Mit der Zeit werden sicherlich auch andere Fragen eine Antwort auf diesem Blog finden. Falls euch die Antworten auf all diese Fragen interessieren, würde ich mich freuen, wenn ihr meinen Blog weiterhin verfolgt. Wenn euch noch andere Fragen einfallen, schreibt diese gern in die Kommentare unterhalb des Eintrags.

Ich freue mich auf euer Feedback! Bis zum nächsten Mal 🙂

Digitale Kommunikation… ähhh was?!

Lange habe ich mich drum gedrückt, doch nun möchte ich endlich mit meinem Blog anfangen. Dieser Blog soll die Bewertungsgrundlage des Fachs Digitale Kommunikation sein. Ein Prozess der digitalen Kommunikation soll hierbei mit Hilfe einer forschungsleitenden Frage analysiert werden. Welcher Prozess es schließlich sein wird, ist einem selbst überlassen.

Nun zuerst einmal sollte geklärt werden, was der Begriff der digitalen Kommunikation alles umfasst.

Der Begriff Kommunikation an sich kommt aus dem Lateinischen von „communicatio“ und bedeutet so viel wie Mitteilung oder Unterredung. Kommunizieren (lat. communicare) meint gemeinschaftlich handeln oder mitteilen. (duden.de)

Auch gibt es viele verschiedene wissenschaftliche Definitionen des Begriffs Kommunikation. Schulz von Thun (1981) erklärt Kommunikation bspw. am Kommunikationsquadrat. Dieses stellt ein Sender-Empfänger-Modell mit vier verschiedenen Ebenen dar. Eine Äußerung enthält demnach vier Botschaften gleichzeitig: eine Sachinformation (worüber ich informiere), eine Selbstkundgabe (was ich von mir zu erkennen gebe), einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe) und einen Appell (was ich bei dir erreichen möchte).

Okay, Kommunikation kann also als ein Nachrichtenaustausch von zwei oder mehreren Personen angesehen werden, doch was genau ist denn nun digitale Kommunikation? Nach Grimm (2005) wird dieser Begriff wie folgt definiert: „Digitale Kommunikation bedeutet zunächst Kommunikation mit Hilfe digitaler Medien. Unter den digitalen Medien steht das Internet an erster Stelle mit seinem vielfältigen Angebot an Publikationen und Wechselrede. Dass die Kommunikation selbst digital genannt wird, bringt zum Ausdruck, dass die Kommunikation über digitale Medien eine andere wird.“

Digitale Kommunikation ist also der Nachrichtenaustausch zwei oder mehrerer Menschen mit Hilfe digitaler Medien, vor allem des Internets. Jetzt, wo ich endlich weiß, was digitale Kommunikation ist, kann ich mir Gedanken darüber machen, welchen Prozess ich analysieren möchte.

Bis zum nächsten Mal!

Quellen: