Warum laden Zeichner Bilder auf animexx hoch?

Kurzes Update: Beim letzten Beitrag habe ich ja einfach mal so behauptet, dass Zeichner ihre Bilder vorwiegend mit anderen teilen, um konstruktive Kritik zu erhalten und Feedback zu bekommen. Das wollen wir natürlich nicht einfach so im Raum stehen lassen. Während ich an meinem letzten Beitrag also schrieb, verfasste ich auf animexx mit Hilfe der Umfragen-Funktion, die für alle online-Mitglieder sichtbar ist, eine Umfrage. Dabei wollte ich ein Stimmungsbild davon kriegen, ob ich denn überhaupt mit meiner Behauptung richtig liege. Hier die Fragestellung, die dazugehörigen Antwortmöglichkeiten und das Ergebnis nach fünf Tagen:

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Quelle: selbst erstellte Umfrage auf animexx.de

Bei dieser Umfrage konnten die Teilnehmer mehrere Auswahlmöglichkeiten ankreuzen. Nun ja, natürlich ist das keine wissenschaftlich-fundierte Umfrage. Sie sollte, wie oben erwähnt, nur ein Stimmungsbild heranholen und siehe da: ich hatte mit meiner Behauptung zum Teil recht. 37 von 71 Mitglieder, also ca. 52%, der Personen gaben an, dass sie tatsächlich Bilder hochladen, um konstruktive Kritik zu bekommen. 43% (31 von 71 Stimmen) der Teilnehmer/innen möchten Anerkennung für ihre Arbeit erhalten. Und 38% (27 von 71 Stimmen) laden ihre Bilder hoch, um ihre Lieblingsmangas bzw. -animes zu würdigen. Die Antwort „um zu zeigen, was ich drauf habe“ wurde 22 Mal angekreuzt und die Möglichkeit „einfach so“ 19 Mal. Interessant wäre es gewesen, die Kommentare der Teilnehmer/innen zu sehen, die die Möglichkeit „anderer Grund“ gewählt haben (immerhin 6 Personen), allerdings funktionierte die Kommentar-Funktion nicht, wie ich von einem Teilnehmer später erfuhr.

Wenn eine Person Kritik oder Feedback zu ihrem Bild erwartet, kann man davon ausgehen, dass dieser Kommunikationsprozess gegenseitig, also symmetrisch, ist (vgl. Frindte, 2001). Wenn eine Person Anerkennung möchte, muss es nicht gleich heißen, dass diejenigen, die das Bild betrachten, auch etwas dazu sagen. Sie können es also auch in Form eines Likes oder ähnlichem darstellen. Dies kann als Form der Kommunikation angesehen werden, da es eine Reaktion auf das Bild ist, wenn auch keine verbale. Wenn Zeichner ihre Bilder teilen, um ihre Lieblingsmangas bzw. -animes zu würdigen oder auch um „zu zeigen, was man drauf hat“, geht das ganze eher in Richtung Identitätsmanagement da man so seine Vorlieben im Bezug darauf zeigen kann. Dies erfordert keine Reaktion seitens der Zuschauer bzw. der Fans. Hierbei könnte also eher eine einseitige, also asymmetrische, Kommunikation erfolgen (vgl. ebd.).

Was hat mir diese Umfrage denn nun gebracht? Eigentlich bin ich ja nicht wirklich weitergekommen und immer noch unsicher, welche Art der Kommunikation bei diesem Prozess vorliegt. Sicher ist nun aber: je nach Intention des Zeichners, kann sich die Art der Kommunikation von symmetrisch zu asymmetrisch unterscheiden. Vielleicht kann man das ganze also nicht pauschalisieren, sondern muss immer den Einzelfall betrachten?

Beim nächsten Mal werde ich animexx als Plattform vorstellen, damit ein Überblick über einen der Kommunikationskanäle der Zeichner entstehen kann.

Quellen:

  • Frindte, W.: “Einführung in die Kommunikationspsychologie”; Beltz Verlag, Weinheim und Basel (2001)
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Akteure des Kommunikationsprozesses

Nach der heutigen Veranstaltung möchte ich mich der Art der Kommunikation sowie den Akteuren, die an dieser beteiligt sind, widmen.

Hierbei werde ich mich an der LASSWELL-Formel orientieren. Als Vorlesungsinhalt des ersten Semesters sollten alle meine Kommilitonen diese kennen. Trotzdem folgt jetzt eine kurze Erklärung für außenstehende Leser, falls es welche geben sollte?

Who says what in which channel to whom with what effect? (Wer sagt was in welchem Kanal zu wem mit welchem Effekt?)

Diese Formel wurde von ihrem Namensgeber Harold D. Lasswell im Jahr 1948 aufgestellt und dient den meisten Modellen der Massenkommunikation als Grundlage. Mit Hilfe ihrer werden die einzelnen Disziplinen der Medien- und Kommunikationswissenschaft beschrieben:

  • WER – Kommunikatorforschung
  • WAS – Inhaltsanalyse/Aussageforschung
  • KANAL – Medienanalyse
  • WEM – Mediennutzungsforschung
  • EFFEKT – Medienwirklungsforschung

Ich habe mich gerade mit der Fragestellung dieser Formel beschäftigt und versucht, sie auf den Kommunikationsprozess, den ich mir ausgesucht habe, zu beziehen:

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Ich habe mich auch gefragt, welche Art von Kommunikation bei meinem Prozess vorliegt. Grundsätzlich lässt sich Kommunikation in interpersonale (also direkt, face2face) und in die mediale (sprich indirekte, medienvermittelte) Kommunikation unterscheiden (vgl. Klare, 2010, S. 24).
Frindte (2001) unterscheidet beispielsweise zwischen Dialogischer Kommunikation und Massenkommunikation. Diesen beiden Arten von Kommunikation ordnet er bestimmte Eigenschaften zu:

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Quelle: Ternes, D.: „Kommunikation – eine Schlüsselqualifikation – Einführung in die wesentlichen Bereiche zwischenmenschlicher Kommunikation“; Junfermannsche Verlagsbuchhandlung, Paderborn (2008), S. 23

Dieser Einteilung nach könnte es sich bei der Zeichner-Fan-Kommunikation um eine Art der Massenkommunikation handeln, denn Zeichner kommunizieren ihre Bilder (oder auch anderes) indirekt bzw. durch Social Media (A2) öffentlich (C2) an ein disperses Publikum (D2). Bei der Eigenschaft B erweist sich die Zuordnung zur Massenkommunikation jedoch als schwierig, denn diese sollte zwar einseitig bzw. asymmetrisch (B2) sein, ist sie aber nicht. Künstler teilen ihre Bilder über Social Media, um Feedback, also Lob oder konstruktive Kritik, zu bekommen. Somit ist die Kommunikation zwischen Zeichner und Fan gegenseitig bzw. symmetrisch (B1). Ich denke, diese Eigenschaften sind das Besondere an Social Media-Kommunikation, denn diese ähnelt der Massenkommunikation, jedoch macht sie im Gegensatz zu dieser auch den direkten Kontakt zu den Fans möglich.

Was meint ihr? Was ist das Besondere an Social Media? Habe ich mit meiner Zuordnung recht oder habt ihr weitere Anregungen für mich? Ab in die Kommentare damit und bis zum nächsten Mal! 🙂

Quellen:

  • Frindte, W.: „Einführung in die Kommunikationspsychologie“; Beltz Verlag, Weinheim und Basel (2001)
  • Klare, J.: „Kommunikationsmanagement deutscher Unternehmen in China – Eine strukturationstheoretische Analyse Internationaler PR“; VS Verlag für Sozialwissenschaften, GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden (2010)
  • http://medienpsychologie.wikispaces.com/Lasswell-Formel (abgerufen am 11.11.2013)