Youtube als Plattform für Manga-Künstler

Auch die Video-Plattform Youtube ist beliebt bei den Zeichnern. Doch welche Möglichkeiten gibt ihnen diese Plattform?

  • Speedpaints – das sind Videos, bei denen der Entstehungsprozess eines traditionellen oder digitalen Bildes (sei es mit einer Kamera oder einem Bildschirm-Aufnahme-Programm) aufgenommen wurde. Da dieser Prozess meist bis zu mehreren Stunden dauert (dies ist natürlich bei jedem Künstler unterschiedlich) wird das Video in der Bearbeitung auf einige Minuten zusammengerafft und typischerweise mit Musik unterlegt. Hier ein Beispiel hierfür von meinem Channel:

  • Tutorials oder How-to-Videos – dabei erklären Künstler wie sie bestimmte Sachen zeichnen oder bearbeiten. Hierbei geht es oft um verschiedene Techniken und um die verschiedenen Materialien und Programme, die beim Zeichnen verwendet werden, aber auch allgemeine Fragen werden häufig geklärt wie bspw: „Wie zeichnet man Hände?“ oder „Wie zeichne ich verschiedene Gesichtsausdrücke?“.
  • Erzähl-Videos – Zeichner erzählen einfach irgendetwas. Das muss nicht einmal etwas mit dem Zeichnen an sich zu tun haben. Beispiele: Zeichner zeigt seine Zeichenmaterialien und erzählt etwas dazu oder Zeichner zeigt seine Kakao-Karten-Sammlung o.ä. Diese Videos haben meist einen typischen VLOG-Charakter.
  • Mischung aus den oberen Varianten – es gibt natürlich auch andere Videos. Beispielsweise kann ein Zeichner in Echtzeit ein Bild zeichnen und dazu reden, sei es über das Bild oder über andere Sachen, die ihn beschäftigen.
  • und noch viele mehr

Worauf sollte bei den eigenen Video beachtet werden? Es gibt verschiedene Kriterien, die ein Video professioneller wirken lassen. Dies können z.B. folgende sein:

  • Intro – hat Wiedererkennungswert. Ein Intro sollte im besten Fall maximal acht Sekunden lang sein.
  • gute Video-Qualität und Schnitt
  • End-Card – verweist den Zuschauer auf andere Videos vom Channel. Der Rezipient hat dabei meistens die Möglichkeit zwischen zwei Videos zu wählen. Die End-Card erhöht die Chance, dass der Zuschauer „dran bleibt“, ähnlich wie beim fernsehen.
  • Thumbnails – das sind die kleinen Vorschaubilder für die jeweiligen Videos. Diese können den Zuschauer auf das Video aufmerksam machen. Ein Video wird eher angeklickt, wenn den Zuschauer das Thumbnail ansprechend findet.

Genauere Angaben zu diesen Tipps und weitere Handlungsempfehlungen können im Youtube Playbook nachgelesen werden. Den Link findet ihr unten bei den Quellen. Die hier aufgeführten Punkte habe ich versucht in meinem eigenen Speedpaint-Video, welches ich euch oben verlinkt habe, umzusetzen. Ist es mir gelungen?

Wie wird Youtube gerade von den deutschen Zeichnern genutzt?

Es gibt einige deutsche Zeichner-Kanäle auf Youtube. Die meisten werden jedoch nicht regelmäßig gepflegt. Viele der Kanäle veröffentlichen klassische Speedpaints, da sie wohl das Gefühl haben, dass so etwas die Fans am meisten interessiert. Meiner Meinung nach könnte Youtube aber noch viel mehr von deutschen Zeichnern genutzt werden, da es eben so viele Möglichkeiten der Interaktion und visueller Darstellung bietet. Ein Beispiel dafür, wie es laufen könnte, liefert der amerikanische Comic- bzw. Manga-Zeichner Mark Crilley. Er kann mit seinem Youtube-Kanal zur Zeit knapp 1,5 Millionen Abonnenten verzeichnen (Stand: Dezember 2013). Angefangen hat sein Kanal mit einigen Videos zu seinem Comic „Miki Falls“. Dort zeigte er, wie er die einzelnen Seiten gestaltete und diese bearbeitete. Daraufhin folgten viele Fragen der Zuschauer und so fing er an, How-to-Videos hochzuladen, in denen er bswp. erklärte, wie man Haare zeichnet oder verschiedene Augen-Stile. Er verwendete seinen Kanal somit effektiv als Promotion für seinen Comic und gewann immer mehr und mehr Zuschauer. Sein ältestes Video ist bereits sechs Jahre alt. Seitdem hat sich sein Youtube-Kanal stetig weiterentwickelt. Er hat altbewährte Formate beibehalten, wie z.B. die How-to-Videos, und auch neue interessante eingeführt, wie bspw. die „Realism Challenge“. Dabei legt er sich einen Gegenstand neben sein Blatt, z.B. eine zerrissene Spiel-Karte, und versucht diese möglichst detailgetreu zu zeichnen. Der Link zu seinem Kanal ist unten bei den Quellen zu finden.

Was bringen die Videos für die Fans?

Videos haben den Vorteil, dass sie audioviduell sind. Somit werden zwei Kanäle beim Betrachter angesprochen. Dies ist vor allem für die Fans interessant, die wissen wollen, wie ein Werk des Künstlers entsteht und was der Künstler selbst dazu zu sagen hat. Somit kann der Zuschauer mit Hilfe der Videos bspw. selbst lernen, zu zeichnen oder sich eine bestimmte Technik aneignen. Künstler untereinander können sich helfen bestimmte Prozesse zu vereinfachen und zu optimieren, bspw. bei einem Bildbearbeitungsprogramm. Somit haben beide Seiten, also die Zeichner und die Zuschauer, Vorteile dadurch. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass mehr Zeichner das verstehen und aktiv auf Youtube sein werden.

Quellen:

Facebook als Plattform für Manga-Zeichner

Wie beim letzten Blog-Eintrag angekündigt, werde ich mir dieses Mal Facebook als Plattform für Manga-Zeichner anschauen. Vor allem in den letzten zwei Jahren haben Manga-Künstler angefangen, Facebook für sich zu entdecken. Welche Möglichkeiten hat ein Zeichner bei Facebook? Im Folgenden zähle ich ein paar auf:

  • Es werden Bilder gepostet von ihren gezeichneten Werken
  • Es werden Links gepostet, z.B. von eigenen Videos auf Youtube
  • Es können Beiträge von anderen Künstlern auf Facebook geteilt werden, wobei man den eigenen Fans eine Empfehlung gibt
  • Es können Umfragen erstellt werden, z.B. „Was soll als nächstes zeichnen?“ (Diese Funktion gibt es seit einigen Monaten leider nicht mehr)
  • Es können einfache Texte veröffentlicht werden, z.B. Berichte zu Zeichenmaterialien
  • u.v.m.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, um auf Facebook als Künstler zu agieren. Da die meisten Zeichner das Ganze lediglich als Hobby ausüben, werden teilweise auch private Angelegenheiten gepostet und mit den Fans geteilt, was nicht unbedingt jedem Fan gefällt.

Was sind die Vorteile Facebooks gegenüber anderen Plattformen, wie bspw. Animexx.de? Als ein großes Vorteil wird die Schnelligkeit der Seite gesehen. Wie bereits im letzen Beitrag erwähnt, werden die hochgeladenen Bilder bei Animexx erst durch Freischalter auf einige Eigenschaften geprüft. So dürfen die Bilder beispielsweise nicht auf kariertem Papier oder mit einem Scannrand hochgeladen werden. Auch Gewaltdarstellungen und sexuelle Handlungen auf Bildern werden insofern zensiert, dass diese nur für Nutzer über 18 Jahren einsehbar sind. Diese Prüfung durch Freischalter verursacht unbeliebte Wartezeiten, welche sich über mehrere Tage strecken können, da die Freischalter als freiwillige Personen dies nur in ihrer Freizeit machen können. Dies ist bei Facebook anders geregelt. Wenn man ein Bild postet, ist es sofort für alle einsehbar, ohne Einschränkungen. Den Nutzungsbedingungen nach, sollen auch auf Facebook keine Bilder hochgeladen werden, die Gewalt oder sexuelle Handlungen zeigen. Zeichner müssen hierbei also selbst Verantwortungsgefühl gegenüber minderjährigen Fans zeigen und selbstständig ihre Bilder zensieren. So heißt es in den Nutzungsbedingungen von Facebook Punkt 3.7: „Du wirst keine Inhalte posten, die: Hassreden enthalten, bedrohlich oder pornografisch sind, zu Gewalt auffordern oder Nacktheit sowie Gewalt enthalten.“

In bestimmten Fällen ergreift jedoch Facebook selbst auch die Initiative, wie mir von meinem Kommilitonen Nils Fichtner (Link zu seinem Blog: http://blogs.tu-ilmenau.de/socialcasting/) berichtet wurde. Er wies mich auf einige Debatten in der Vergangenheit hin, die sich mit der Zensur von Facebook beschäftigten. So erging es bspw. dem DWDL.de Magazin auf Facebook, die über die MDR-Doku „Make Love“ berichteten. Auf dem Titelbild dieses Artikels waren nackte Brüste zu sehen. Der Link zu diesem Bericht wurde von Facebook mit dem Hinweis, dass dies „die Standards der Facebook-Gemeinschaft verletzt“, selbstständig entfernt (dwdl.de, 2013). Auch Jürgen Domian, WDR-Talkmoderator, erfuhr die die Zensur Facebooks am eigenen Leib. So wurde – wie sich später herausstellte wohl versehentlich – ein Post von ihm bezüglich des neuen Papstes von Facebook entfernt, da „der Text um den neuen Papst nicht den Richtlinien von Facebook entsprochen“ habe (socialmediawatchblog.de, 2013). Hierbei handelt es sich lediglich um zwei Fälle von Facebook-Zensur.

In welchen Fällen genau Facebook die Posts löscht, ist für die Nutzer jedoch nicht nachvollziehbar. Es ist durchaus möglich, dass ein Post häufig von den Nutzern gemeldet wird und deswegen von Facebook entfernt wird. „Wie viel mal «melden» reicht aus, damit Facebooks automatisierte Löschung greift?“ (socialmediawatchblog.de, 2013). Dies ist nicht bekannt, denn eine offene Kommunikation zwischen Journalisten und Facebook findet nicht statt (vgl. ebd.). Die Links zu den beiden Artikeln können unten bei den aufgeführten Quellen entnommen werden. Ich empfinde beide als sehr interessant, denn ich selbst habe mich bisher mit der Zensur auf Facebook noch nicht wirklich beschäftigt, da ich keine Notwendigkeit bisher darin gesehen habe. Ich werde dieses Thema auf jeden Fall weiter verfolgen. 

Kommen wir zurück zu den Künstlern auf Facebook… Wie oben erwähnt, können die entfallenen Wartezeiten der Grund dafür sein, dass die Aktivität auf Animexx.de abgenommen hat. Wenn man Fan von vielen Künstlern auf Facebook ist, sieht man ihre frisch erzeugten Bilder auf seiner Startseite. Die Aktualität spielt hierbei also eine besondere Rolle, denn auf Facebook werden die Bilder sofort hochgeladen, auf Animexx.de unter Umständen bedingt durch die Freischaltung erst ein paar Tage später. Wenn die Bilder vorher auf Facebook zu sehen sind, werden sie meist von den Fans geliked und kommentiert. Werden die selben Bilder erst Tage später bei Animexx freigeschalten, haben die Nutzer wenig Lust, einen erneuten Kommentar unter das selbe Bild zu schreiben, weil sie ihre Meinung dazu bereits auf Facebook geäußert haben.

Die Künstlerin Yaa diskutierte den Aktivitätsschwund auf Animexx bereits in einem ihrer Posts auf Facebook. Hierbei hat sie zwei Werke von sich gegenübergestellt. Eines aus dem Jahr 2007 und eines von 2013. Das Bild aus dem Jahr 2013 ist objektiv betrachtet künstlerisch besser umgesetzt, selbstverständlich hat sie sich in sechs Jahren ziemlich verbessert und dennoch hat das Bild aus dem Jahr 2007 50 Kommentare und das Bild von 2013 lediglich fünf. Die Kommentare und die Diskussion hierfür unter ihr und ihren Fans empfand ich als sehr interessant. Deswegen ist der Link zu ihrem Post und auch zu ihrer Künstlerseite auf Facebook ebenfalls unten bei den Quellen zu finden.

Ich werde mich jedenfalls weiter auf die Suche nach Gründen begeben, warum die Aktivität auf Animexx.de in den letzten Jahren abgenommen hat. Als nächstes werde ich mich mit Youtube als einen weiteren Kommunikationskanal für Künstler beschäftigen.

Wie fandet ihr meine Ausführungen? Haben euch wichtige Punkte gefehlt? Habt ihr weitere Denkanstöße für mich? Schreibt es doch unten in die Kommentare – vielen lieben Dank schon einmal dafür und bis zum nächsten Mal!

Quellen: