Animexx als Online-Plattform für Manga-Künstler

Wie im letzten Post schon angekündigt, werde ich mich heute ein wenig mit der Frage befassen, wo sich eigentlich die deutschen Manga-Zeichner so aufhalten und welche Online-Plattformen am beliebtesten sind. Den Anfang soll hierbei Animexx.de machen. digikomm8

Wenn diese Seite betreten wird, landet man erst einmal auf der Startseite. Hierbei werden alle Sparten von der Seite aufgezeigt. Animexx.de ist nämlich keine Plattform allein für Zeichner, sondern auch für viele andere, die sich für die Kultur Japans interessieren. So werden hierbei beispielsweise auch Fanfictions (= von Fans geschriebene Geschichten zu einem Thema, sei es Manga, Anime, Spiele u.v.m.) oder auch Cosplay-Fotos (= Zusammensetzung aus den Worten „costume“ und „play“. Hierbei verkleiden sich Fans als Figuren aus Animes, Mangas, Spielen usw.) hochgeladen. Zeichnungen (Kategorie Fanart) und Comics/Mangas (Kategorie Doujinshi) sind hierbei zwei weitere Unterseiten, die viele Manga-Zeichner auf die Website Animexx.de ziehen.

Auf einer Unterseite gibt es für alle einsehbare Statistiken zu den Mitgliedern von Animexx. Hierbei wird zwischen Onlineclubmitgliedern und Vereinsmitgliedern unterschieden, da animexx auch als ein richtiger Verein (Animexx e.V.) tätig ist, was nicht mit dem Status Onlineclubmitglied gleichzusetzen ist. Im folgenden ein paar Screenshots aus den Statistiken.

digikomm9

Screenshot von animexx.de

Somit hat Animexx 101637 Onlineclubmitglieder und lediglich 1101 Vereinsmitglieder. Die Geschlechterverteilung kann auf der Abbildung eingesehen werden.

Screenshot von animexx.de

Screenshot von animexx.de

Das Alter der Onlineclubmitglieder reicht von 11 Jahren bis ins hohe Alter. Die meisten Mitglieder sind jedoch zwischen 14 bis 29 Jahre alt, wobei die meisten Mitglieder ca. 23 Jahre alt sind (siehe Abbildung). Andere Angaben zu den Herkunftsländern und -bundesländern ist ebenfalls auf der Statistiken-Seite zu finden (Link: http://animexx.onlinewelten.com/onlineclub-statistik.phtml). Mich hat jedoch die Entwicklung der Mitgliederzahlen im Jahresverlauf interessiert, denn im Künstlerkreis wird die zunehmende Inaktivität der Mitglieder immer mehr kritisiert. Hierzu sind leider keine Angaben auf der oben erwähnten Seite zu finden. Deswegen habe ich Animexx kontaktiert und nachgefragt, ob es solche Statistiken auch gäbe. Freundlicherweise erhielt ich wenige Tage später eine Rückmeldung von einem der Vereinsmitglieder. Er lies mir ein paar protokollierte Zahlen über die Mitglieder-Anzahl zukommen, die ich in der folgenden Abbildung verbildlicht habe:

Grafik selbst erstellt, Zahlen von animexx.de

Grafik selbst erstellt, Zahlen von animexx.de

Diese Grafik zeigt die Entwicklung der Mitgliederzahlen im Zeitverlauf. Hierbei werden nur die Mitglieder aufgeführt, die sich in den letzten 12 Monaten eingeloggt haben. Seit der Gründung der Seite bzw. des Vereins im Jahr 2000 und Beginn der Messung  der Mitgliederzahlen im Jahr 2003 stiegen diese immer weiter an. Den Höhepunkt erreichten die gemessenen Mitgliederzahlen im Februar 2009 mit 131598 eingeloggten Mitgliedern. Ab diesem Zeitpunkt geht die Online-Aktivität auf der Seite Animexx.de zwar nur leicht aber dennoch stetig zurück.

Doch was genau sind die Gründe dafür? Dies könnte vor allem daran liegen, dass ab 2009 bzw. 2010 immer mehr deutsche Manga-Künstler auf andere Seiten gewechselt sind und diese für sich entdeckt haben, wie bspw. DeviantArt oder Facebook. DeviantArt als eine internationale Seite für Künstler jeder Art hat dementsprechend höhrere Reichweiten als animexx. Facebook wird von vielen als leicht bedienbar eingestuft. Bei diesen beiden Plattformen entfallen bspw. auch die Wartezeiten auf die Freischaltung der Bilder. Bei Animexx werden diese von Freischaltern vorher überprüft. Dies sind natürlich nur Vermutungen meinerseits. Deswegen werde ich versuchen, genauere Gründe für den Wechsel herauszufinden.

Nichtsdestotrotz kann animexx mit mehr als 100.000 Onlineclubmitgliedern als eine große Online-Plattform für Manga-Zeichner im deutschen Raum angesehen werden. 

Quellen:

Advertisements

Warum laden Zeichner Bilder auf animexx hoch?

Kurzes Update: Beim letzten Beitrag habe ich ja einfach mal so behauptet, dass Zeichner ihre Bilder vorwiegend mit anderen teilen, um konstruktive Kritik zu erhalten und Feedback zu bekommen. Das wollen wir natürlich nicht einfach so im Raum stehen lassen. Während ich an meinem letzten Beitrag also schrieb, verfasste ich auf animexx mit Hilfe der Umfragen-Funktion, die für alle online-Mitglieder sichtbar ist, eine Umfrage. Dabei wollte ich ein Stimmungsbild davon kriegen, ob ich denn überhaupt mit meiner Behauptung richtig liege. Hier die Fragestellung, die dazugehörigen Antwortmöglichkeiten und das Ergebnis nach fünf Tagen:

digikomm5

digikomm6

digikomm7

Quelle: selbst erstellte Umfrage auf animexx.de

Bei dieser Umfrage konnten die Teilnehmer mehrere Auswahlmöglichkeiten ankreuzen. Nun ja, natürlich ist das keine wissenschaftlich-fundierte Umfrage. Sie sollte, wie oben erwähnt, nur ein Stimmungsbild heranholen und siehe da: ich hatte mit meiner Behauptung zum Teil recht. 37 von 71 Mitglieder, also ca. 52%, der Personen gaben an, dass sie tatsächlich Bilder hochladen, um konstruktive Kritik zu bekommen. 43% (31 von 71 Stimmen) der Teilnehmer/innen möchten Anerkennung für ihre Arbeit erhalten. Und 38% (27 von 71 Stimmen) laden ihre Bilder hoch, um ihre Lieblingsmangas bzw. -animes zu würdigen. Die Antwort „um zu zeigen, was ich drauf habe“ wurde 22 Mal angekreuzt und die Möglichkeit „einfach so“ 19 Mal. Interessant wäre es gewesen, die Kommentare der Teilnehmer/innen zu sehen, die die Möglichkeit „anderer Grund“ gewählt haben (immerhin 6 Personen), allerdings funktionierte die Kommentar-Funktion nicht, wie ich von einem Teilnehmer später erfuhr.

Wenn eine Person Kritik oder Feedback zu ihrem Bild erwartet, kann man davon ausgehen, dass dieser Kommunikationsprozess gegenseitig, also symmetrisch, ist (vgl. Frindte, 2001). Wenn eine Person Anerkennung möchte, muss es nicht gleich heißen, dass diejenigen, die das Bild betrachten, auch etwas dazu sagen. Sie können es also auch in Form eines Likes oder ähnlichem darstellen. Dies kann als Form der Kommunikation angesehen werden, da es eine Reaktion auf das Bild ist, wenn auch keine verbale. Wenn Zeichner ihre Bilder teilen, um ihre Lieblingsmangas bzw. -animes zu würdigen oder auch um „zu zeigen, was man drauf hat“, geht das ganze eher in Richtung Identitätsmanagement da man so seine Vorlieben im Bezug darauf zeigen kann. Dies erfordert keine Reaktion seitens der Zuschauer bzw. der Fans. Hierbei könnte also eher eine einseitige, also asymmetrische, Kommunikation erfolgen (vgl. ebd.).

Was hat mir diese Umfrage denn nun gebracht? Eigentlich bin ich ja nicht wirklich weitergekommen und immer noch unsicher, welche Art der Kommunikation bei diesem Prozess vorliegt. Sicher ist nun aber: je nach Intention des Zeichners, kann sich die Art der Kommunikation von symmetrisch zu asymmetrisch unterscheiden. Vielleicht kann man das ganze also nicht pauschalisieren, sondern muss immer den Einzelfall betrachten?

Beim nächsten Mal werde ich animexx als Plattform vorstellen, damit ein Überblick über einen der Kommunikationskanäle der Zeichner entstehen kann.

Quellen:

  • Frindte, W.: “Einführung in die Kommunikationspsychologie”; Beltz Verlag, Weinheim und Basel (2001)

Akteure des Kommunikationsprozesses

Nach der heutigen Veranstaltung möchte ich mich der Art der Kommunikation sowie den Akteuren, die an dieser beteiligt sind, widmen.

Hierbei werde ich mich an der LASSWELL-Formel orientieren. Als Vorlesungsinhalt des ersten Semesters sollten alle meine Kommilitonen diese kennen. Trotzdem folgt jetzt eine kurze Erklärung für außenstehende Leser, falls es welche geben sollte?

Who says what in which channel to whom with what effect? (Wer sagt was in welchem Kanal zu wem mit welchem Effekt?)

Diese Formel wurde von ihrem Namensgeber Harold D. Lasswell im Jahr 1948 aufgestellt und dient den meisten Modellen der Massenkommunikation als Grundlage. Mit Hilfe ihrer werden die einzelnen Disziplinen der Medien- und Kommunikationswissenschaft beschrieben:

  • WER – Kommunikatorforschung
  • WAS – Inhaltsanalyse/Aussageforschung
  • KANAL – Medienanalyse
  • WEM – Mediennutzungsforschung
  • EFFEKT – Medienwirklungsforschung

Ich habe mich gerade mit der Fragestellung dieser Formel beschäftigt und versucht, sie auf den Kommunikationsprozess, den ich mir ausgesucht habe, zu beziehen:

digikomm3

Ich habe mich auch gefragt, welche Art von Kommunikation bei meinem Prozess vorliegt. Grundsätzlich lässt sich Kommunikation in interpersonale (also direkt, face2face) und in die mediale (sprich indirekte, medienvermittelte) Kommunikation unterscheiden (vgl. Klare, 2010, S. 24).
Frindte (2001) unterscheidet beispielsweise zwischen Dialogischer Kommunikation und Massenkommunikation. Diesen beiden Arten von Kommunikation ordnet er bestimmte Eigenschaften zu:

digikomm4

Quelle: Ternes, D.: „Kommunikation – eine Schlüsselqualifikation – Einführung in die wesentlichen Bereiche zwischenmenschlicher Kommunikation“; Junfermannsche Verlagsbuchhandlung, Paderborn (2008), S. 23

Dieser Einteilung nach könnte es sich bei der Zeichner-Fan-Kommunikation um eine Art der Massenkommunikation handeln, denn Zeichner kommunizieren ihre Bilder (oder auch anderes) indirekt bzw. durch Social Media (A2) öffentlich (C2) an ein disperses Publikum (D2). Bei der Eigenschaft B erweist sich die Zuordnung zur Massenkommunikation jedoch als schwierig, denn diese sollte zwar einseitig bzw. asymmetrisch (B2) sein, ist sie aber nicht. Künstler teilen ihre Bilder über Social Media, um Feedback, also Lob oder konstruktive Kritik, zu bekommen. Somit ist die Kommunikation zwischen Zeichner und Fan gegenseitig bzw. symmetrisch (B1). Ich denke, diese Eigenschaften sind das Besondere an Social Media-Kommunikation, denn diese ähnelt der Massenkommunikation, jedoch macht sie im Gegensatz zu dieser auch den direkten Kontakt zu den Fans möglich.

Was meint ihr? Was ist das Besondere an Social Media? Habe ich mit meiner Zuordnung recht oder habt ihr weitere Anregungen für mich? Ab in die Kommentare damit und bis zum nächsten Mal! 🙂

Quellen:

  • Frindte, W.: „Einführung in die Kommunikationspsychologie“; Beltz Verlag, Weinheim und Basel (2001)
  • Klare, J.: „Kommunikationsmanagement deutscher Unternehmen in China – Eine strukturationstheoretische Analyse Internationaler PR“; VS Verlag für Sozialwissenschaften, GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden (2010)
  • http://medienpsychologie.wikispaces.com/Lasswell-Formel (abgerufen am 11.11.2013)

Erstes Brainstorming – Welches Thema nehme ich denn nun?

Vor genau zwei Wochen, am 21.10.2013 fand die erste Veranstaltung zum Fach Digitale Kommunikation statt. Viele von den Teilnehmern waren darauf gespannt, was uns alle erwartet. Von Kommilitonen hatten wir bereits gehört, dass wir einen Blog verfassen sollen. Im Verlauf des Seminars klärte sich die Aufgabenstellung nach und nach. Der Lehrende sowie die Studierenden redeten über ihre Erwartungen. Als der offizielle Teil der Veranstaltung vorbei war, hat Herr Kreuzberger die Studierenden zu einem gemeinsamen Brainstorming bzw. einer Diskussion zum Thema Kommunikationsprozesse mittels Digitaler Medien eingeladen.

Nachdem alle verbliebenen Teilnehmer ihre Ideen und Vorschläge offenbart hatten, entstand folgendes Tafelbild:

Grafik: selbst erstellt, Inhalt: zusammengetragene Gedanken der Seminarteilnehmer am 21.10.2013

Grafik: selbst erstellt, Inhalt: zusammengetragene Gedanken der Seminarteilnehmer am 21.10.2013

Kurze Erläuterung zu der Grafik: wie bereits in der Bildunterschrift steht – die Grafik an sich habe ich selbst erstellt, der Inhalt der Grafik besteht aus zusammengetragenen Gedanken aller Seminarteilnehmer.

Nun, das waren viele Informationen auf einmal. Viele der Kommunikationsformen, wie beispielsweise die interne oder auch die externe Kommunikation eines Unternehmens, oder auch der Bereich Wissensmanagement scheinen interessant zu sein. Ich konnte mich nicht so recht entscheiden, welches Thema ich für mich wählen soll.

Mal überlegen… was könnte mir Spaß machen? Ich zeichne gern und youtube ist für mich persönlich das neue Fernsehen. Also was könnte ich denn in der Richtung erforschen? Nach langem Überlegen habe ich mich endlich auf ein Thema festgelegt. Dieser Blog wird in Zukunft die Verlagerung der Kommunikation von deutschen Manga-Künstlern behandeln. Fragen, die ich dabei versuchen werde zu beantworten, sind unter anderem:

  • Welche Künsterportale sind derzeit am beliebtesten?
  • Welche Sites waren in der Vergangenheit die Spitzenreiter?
  • Wie sehen die Trends für die Zukunft aus?
  • Welche neue Art der Darstellung der eigenen Kunst gibt es?
  • Was kommunizieren die Künstler zu ihren Fans?
  • Mit Hilfe welcher Medien tun sie dies?
  • Inwieweit ist das Feedback der Fans abhängig von der Plattform?
  • Konstruktive Kritik – gibt es sie noch?

Das sind die Fragen, die zur Zeit in meinen Augen eine relevante Rolle spielen. Mit der Zeit werden sicherlich auch andere Fragen eine Antwort auf diesem Blog finden. Falls euch die Antworten auf all diese Fragen interessieren, würde ich mich freuen, wenn ihr meinen Blog weiterhin verfolgt. Wenn euch noch andere Fragen einfallen, schreibt diese gern in die Kommentare unterhalb des Eintrags.

Ich freue mich auf euer Feedback! Bis zum nächsten Mal 🙂